Filme (Auswahl)


IM WARTESAAL DER LIEDERMACHER,1968 mehrere Abende mit Liedersängern im originalen Wartesaal des alten Bahnhofs Baden-Baden (heute nicht mehr erkennbar, veredelt zum Foyer des großen Konzerthauses) für das Fernsehen des SWF, mit Dieter Süverkrüp, Franz Josef Degenhardt, Dieter Hüsch, Franz Hohler, Dr. Dr. Dr. Schwendter, Reinhard Mey, Walter Mossmann, Floh de Cologne, Hannes Wader, Insterburg u.a.. Vier Folgen, 60 bzw. 45 Minuten. Die vierte Folge fiel unter die Zensur des Senders und scheint verschollen (darin Walter Mossmanns „Lied vom Goldenen Buch“ der Universität Freiburg, der Text ist abgedruckt in meinen „Schwarzwaldgeschichten“ (2007)). - Im November 2017 sehe ich plötzlich vor mir im Düsseldorfer Heine-Institut den Dieter Süverkrüpp, sehe und erkenne ihn nach fast einem halben Jahrhundert und beginne wenige Sekunden, nachdem das hier wiedergegebenen Foto geknipst war, mit dem Singen eines seiner wunderbaren Lieder, das vom Baggerführer Willibald: "Im Winter ist es kalt - - - - - und gräbt ein großes tiefes Loch. Was noch?"

foto: melanie zanin





MARTIN WALSER: "Was man sieht und was man nicht sieht. Mit der Straßenbahn von Duisburg bis Dortmund." 1969, Idee und redaktionelle Organisation für das Fernsehen des damaligen Südwestfunks (SWF). 1968, in seinem Haus am schönen Bodensee, hatte Walser die Idee, als Film Goethes "Italienische Reise" zu realisieren - das traf auf meinen Gegenvorschlag, wie wäre es mal (nach seinem Vorwort zu Erika Runges "Bottroper Protokolle" (voller linkem Aufruhr), quer durch die Städtestadt Ruhr zu fahren, mit der Straßenbahn. Das probierte er aus, im Februar 1969, fand es hart, fast unerträglich, ich aber, am Telefon: Eben deswegen sollten Sie's machen. Mit dem Seufzer "Sie Sadist" legte er auf, und hat es gemacht. Der "sprachgewaltige" Dichter als Filmregisseur. Walser verzichtete dann auf jeden Kommentar zu Bild und Ton aus und in den Straßenbahnen, in der Zeit des schwärzesten Kohle- und Stahl-Reviers. Und machte mich so noch einmal sehr aufmerksam auf das besondere Sprechen der Bewohner dieser Städtestadt (ein Bergmann in einem meiner Filme: "Wo so'n Völkergemisch is wir hier, da fühlt man sich doch gleich wie zuhause"), in einer Stadt, die größer ist als Berlin. Hat z.B. auch mehr Opernhäuser als die Hauptstadt, und überhaupt (2010 nicht grundlos Europas Kulturhauptstadt). Hier folgt von den Wunderbildern des Kamermanns Horst Bever (später mein Kameramann auch für "Die Bagdadbahn") eine winzige Auswahl:










Philipp Otto Runge?

Martin Walser (hier links zu sehen) in einer der Straßenbahnen, 1969, in Bochum? Essen? Duisburg? Gelsenkirchen? Hinter ihm macht Horst Bever mit seiner "Arri" Schwarz-weiß-Bilder auf 16-mm-Material. Damals gab es noch "Krupp" in Essen und "Opel" in Bochum. Die West- und Süd-Ausgabe der BILD-Zeitung entstand in Essen. Der Dichter Walser verzichtete dann für das "Dritte" des Südwestfunks auf jeden Kommentar. Kommentare liefert in seinem Film nur das Reden in den Bahnen oder ein Hörfunk-Mittschnitt am frühen Morgen aus dem WDR: "...in zwölf Sekunden ist es 5 Uhr 5". Oder einer der Sätze aus einem der eingearbeiteten farbigen Werbefilme der Ruhr-Konzerne, etwa: "Dass man was schafft, das merkt man nur am Durchflusszähler... Du drücks da bloß en Knöppgen." Aber es gelang nicht, diesen Film je einem TV-Publikum zu zeigen. Als er zum ersten mal über den Sender ging, an einem Nachmittag 1969, da lief das "Dritte" des SWF erst an zwei Tagen pro Woche, nachmittags de facto unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Als Walser 80 wurde, reagierte der Sender auf meine Bitte, den Film ins Programm zu nehmen, mit der sinnlosen Antwort, man habe über Walser reichlich Material. Als er 90 wurde, kam die gleiche blödsinnige Antwort. Walser als Filmemacher, das blieb unvorstellbar.



Heimatromane. Der Krimi. Frauenromane. Je 45 Minuten „Trivial“-Literatur für den SWF, teils szenisch, 1971/1972. Insbesondere "Heimatromane" auf den Spuren deutscher Fremden-Ängste.




Literaturmagazin und Café Größenwahn. TV-Reihen mit "Bücher-Bestenliste". Oben eine Montage aus der ab März 1975 operierenden Jury der Anti-Bestsellerliste "SWR-Bücher-Bestenliste", dazu ein Foto aus einer der ersten Sendungen (1972) des "Literaturmagazins" mit Dagmar Berghoff (später "Tagesschau"-Sprecherin), im Magazin zuständig für die "Literatur-Nachrichten". Seit 3.Januar 1972 hatte ich Redaktion und Moderation von mehr als 250 Produktionen, waren je 45 oder 60 Sendeminuten herzustellen, jede zweite sendefertige Sendung war zu korrigieren ("Meine Medienmemoiren"). Die literarkritische Magazin-Reihe lief mit Film-Einspielungen, fast immer Eigen-Produktionen, entstanden oft im Trickstudio.

Nach all dem internen Zensur-Krach, der zweimal stark nach außen drang (auch hier erwies sich die Mitwirkung einer großen zum Selberdenken neigenden Jury als hilfreich), flüchtete ich ab 1980 in eine neue Form unter dem Titel "Café Größenwahn", nun als bloße Tischrunde mit drei oder vier Gästen (Autoren, Kritikern, Übersetzern, Herausgebern). Thema war durchweg die seit 1975 monatlich erstellte und überraschend rasch sehr wirksame Qualitäts-, Kritiker- oder "Bestenliste des Südwestfunks". "Magazin" wie "Größenahn"-Runde wurden fast nur im "Dritten Programm" des SWF ausgestrahlt, immerhin zwischen Köln, Stuttgart und Zürich. Programme und Gespräche kamen mehr und mehr zustande durch die monatlichen Voten der zuletzt 35 Juroren aus den deutschprachigen Regionen (siehe "Dokumente"). Juror Reich-Ranicki: "Warum ein Kritiker-Parlment? Drei oder vier kluge Gäste genügen vollauf." Eben dies lief ja schon durchaus im "Café Größenwahn" und dann in seinem "Literarischem Quartett".

Die Studio-Dekorationen der beiden TV-Reihen ("Magazin" und "Größenwahn") beherrschte jeweils das geniale Bild des Arcimboldo (1527 - 1593), also jener, der nur noch Bücher im Kopf hat. Siehe zur "Bestenliste" auch das "Suhrkamp-Taschenbuch  Nr. 2492 ("Die besten Bücher. Die ersten 20 Jahre"), da erscheint das Arcimboldo-Bild als Cover. Hier zusammen mit einem Objekt des Autors und Künstlers

Otto Jägersberg: "Schrei".




THOMAS MANN als politischer Schriftsteller. Debatte zu seinem hundertsten Geburtstag. Mai 1975, 120 Minuten, SWF. – Wahrscheinlich die brisanteste von gut 250 Sendungen der Reihen „Literaturmagazin“ und „Café Größenwahn“. Die zweistündige Diskussion mit Reich-Ranicki, Böhlich, Sontheimer, Wapnewski und Walser wurde zum Rede-Duell zwischen Marcel Reich-Ranicki und Martin Walser, vor allem um Thomas Manns Haltung gegenüber Faschismus und Kommunismus und wie weit seine Romane "eigentlich politisch" gewesen seien. Ein Jahr danach erschien Walsers Roman „Jenseits der Liebe“ (über die Profitwirtschaft), den Reich-Ranicki verriss unter dem Titel „Jenseits der Literatur“. In "Jenseits der Liebe" geht es fast unverblümt um Profit und Existenzkampf. In Walsers nachfolgendem Buch "Ein fliehendes Pferd" schier nicht mehr, das fand dann des Großkritikers größtes Lob.
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À la Rossini. Interview mit Schopenhauer. Einspielfilm für ein Literaturmagazin, Gert Westphal als Schopenhauer, Lodemann als Reporter, ausschließlich mit Originalzitaten des Philosophen, nach einer Vorlage von Gerd Haffmans, 17 Min., 1975



Letzte Interviews. Je 60 Minuten. Mit Erich Fromm. Peter Weiß. Heinrich Böll. Erich Fried. 1980, 1981, 1983, 1985



Blick vom Vauban aus nach Westen, abends. Hinten die Vogesen

IM STEINTAL. Ein Hochtal in den Vogesen. Auf den Spuren von Oberlin, Lenz und Büchner. Mit Anmerkungen über Goethe, Gott und die Germanisten. Dokumentarfilm, 45 Minuten, SWR 1982. Da geht es um das Pfarrhaus des Pastors Friedrich Oberlin und um die Geschichte, die sich abspielte Ende Januar 1778 zwischen Oberlin und dem vom Wahnsinn verfolgten Reinhold Michael Lenz. Und dann um den Versuch, auch im öffentlich-rechtlichen Fernsehen Textkritisches auf dem Bildschirm zu realisieren.







DIE HAUPTSTRASSE. Essens "Kettwiger", Dokumentarfilm, 45 Min, 16 mm, 1984. Beginnt mit Bildern "typisch Ruhrgebiet". Aber dann stellt sich heraus - "alles, was Sie bisher sahen, waren Bilder aus dem Weltbad Baden-Baden." Folgten dann entzückende Waldberge, Villen, Parks", "und dies, meinen Sie, ist ja nun das richtige Baden-Baden? Dies, sorry, war nun alles Ruhrgebiet."



Borbecker Jungens. Warum der Essener Arbeitersohn Ernst Schmidt andere Geschichten erzählt. Dokumentarfilm, 45 Min., 16 mm, 1986





REGINA. - Die de facto ignorierte Arbeiter- , Paulskirchen- und Freiheits-Oper aus dem Jahr 1848, 60 Min., 1987. Extra-Ausgabe des Café Größenwahn. Zu diesem Spiel um "Arbeiter von allen Klassen" siehe hier auch "Handschriften/Dokumente" oder unter "Essays, Geschichten". Die hier abgebildete Zeichnung zeigt rechts den Texter und Komponisten Albert Lortzing, neben ihm den Darsteller und Sänger des Bürgermeisters van Bett in "Zar und Zimmermann", die Zeichnung zeigt beide mit der Genauigkeit einer Fotografie (siehe die Schere zum Lichtstutzen), und zwar nach dem Premieren-Erfolg des ZAR in einer Leipziger Kneipe. "diese ausdrucksvollen Züge / dieses Aug, wie ein Flambeau / künden meines Geistes Siege / ich bin ein zweiter Salomo"



Der Gaukler als Arbeiter oder: Der Mann mit dem Tanzschritt. Hansgünther Heymes Arbeiten als Intendant und Regisseur in Essen. 45 Min., 16 mm, 1987



Die BAGDADBAHN. Zugfahrt durch unbekannte Türkei. Es geht um die Strecke von Istanbul quer durch Anatolien und über den Taurus bis zur syrischen Grenze. Dieser Bahnbau bis Bagdad war ab 1900 eine der Provokationen, die zum ersten Weltkrieg führten. Der Film entstand 1986 für eine Türkei-Woche im Dritten TV-Programm des Südwestfunks. Oft wiederholter und oft gelobter Dokumentar- und Reise-Film. Siehe hier unter "Bücher" das Filmreise-Tagebuch "Bagdadbahn" oder das Buch "Gegen Drachen." (2017). - 60 Min., 16 mm, gesendet 1987.Der Film lief 2015 in der zentralen Uni in Ankara und in der Uni Hacettepe in Istanbul, jeweils mit lebhaften Debatten über Autokratie und Kolonialismus.







COLUMBUS: Wir haben in Galway Bemerkenswertes gesehen. Irische Geschichten. Dokumentarfilm über Gegenwart und Geschichte von Europas westlichster Stadt. Oben Fotos von den Aran-Inseln vor Galway. Die Atlantikstadt Galway (2020 "Europas Kulturhauptstadt) als Stadt der starken Frauen, der ältesten Geschichte des Wortes "Lynch"-Justiz, mit Musikern, Dichtern und Gauklern und John F. Kennedy. (Siehe dazu auch das letzte Interview mit Erich Fromm in "Gegen Drachen", 2017, aber auch in der Rubrik "Biographische Daten" die Ankündigung eines Spielfilms LYNCH). - Der DokuFilm hat 90 Min., gedreht auf 16 mm, gesendet 1988



Uns fragt ja keiner mehr. Alte im Ruhrrevier. Und: Altlasten. Vom Verchwinden einer Arbeitswelt. Gesendet am 1. Mail 1989, ausnahmsweise im Ersten Programm ARD. Zwei Dokumentarfilme aus dem Ruhrrevier, über ehemalige Hand-Arbeiter untertage und im Stahlbetrieb (Zink). Je 45 Min., 16 mm, 1989. (Im ersten der beiden Filme ("Uns fragt ja keiner mehr") erscheint und erzählt nachweislich die alte Dame, die am 28.3.1936 Hebamme war bei meiner Geburt, in einer Essener Krupp-Klinik. Sie arbeitete dann auch in Villa Hügel, im Wohnhaus der Krupps, auch dann, wenn Hitler zu Besuch kam. In "Altlasten" verrentete Bergleute, einst aus Schlesien gekommen: "Hier im Ruhrgebiet, in dem Völkergemisch, da is man doch sofort zu Hause." "Prima Heimat."





AMERIKA überm Abgrund. Erdbebenland Kalifornien. Weltuntergang und Weltanfang. Die Amerikaner und der Sankt-Andreas-Spalt. 90 Min, 1989, 16 mm. Schon diese minimalen Fotos (aus dem 16-mm-Film) zeigen in der Erdbebenstadt San Francisco kühnen Optimismus, nebenan der Erdriss in der Wüste Carizo - trotz Totalcrash und Stadtbrand 1906 fünfzig Jahre später übereinander sechs Verkehrs-Ebenen (die oberste, die Oakland-Bay-Bridge mit doppelter Ebene). Kurz nach diesen Aufnahmen zerkracht 1989 in einem mittelstarken Beben eine der 6 Ebenen, Autos stürzten in die Bay, der Film musste in größter Eile nachts fertig geschnitten werden, kam ebenfalls "ins Erste", ausnahmsweise.



SAMOTHRAKE. Ein Sommer, ein Winter auf der Insel am Anfang von Europa. Dokumentarfilm, 45 Min., 16 mm, 1990.



Casus Belli à la Meyerbeer. G. G. Bellis römische Sonette im altrömischen Straßen-Slang, übertragen ins Ruhrdeutsche von Otto Ernst Rock. - Magazinbeitrag, 13 Min, 16 mm 1991




SPIEGELGASSE Zürich. Dokumentarfilm für “Menschen und Straßen”, 45 Min, 1991 (gedreht auf 16 mm).-Die Gasse ist 300 Meter lang, oft kaum zwei Meter breit, war 1916 Gründungs-Ort von “Club Voltaire” und der Sprach-Erneuerung DADA, zugleich Wohnort von Lenin, bevor er die Sowjetunion erfand. Lenin, zeigt der Film, wohnte direkt neben Georg Büchners Sterbezimmer. In der Spiegelgasse wohnten auch Johann Kaspar Lavater, Goethe, Gottfried Keller, Robert Walser, Peter Weiss. Man hört und sieht das tolle DADA-Manifest. Und Otto Jägersberg improvisiert zu den Themen Joyce, DADA und “Spiegelgasse”. In einem Schaufenster verwandelt sich in langsamer Vorbeifahrt eine rote Lenin-Skulptur in eine grüne. Der Film ist ohne Kommentar, bleibt pure Bild-Ton-Montage.



ALEXANDRIA. Die dreifach Versunkene. Die Stadt der Feldherren (Caesar, Napoleon, Montgomery etc). Die größte Stadt am Mittelmeer. Interview des Michael Lüders mit einem Imam über die Frage, warum Männer und Frauen getrennt beten, danach mit eleganten älteren Ladies über die "prachtvollen" Männer "im Krieg", über den nun zerfallenden Glanz jener Dreißiger Jahre (europäischer Kolonialherrschaft). - Dokumentarfilm, 45 Min., 16 mm, 1991.














KlumppeHenner oder die endlich gelungene Badische Revolution 1918. Magazinbeitrag für Georg DuMesnil im Regional-TV des SWF, 1991



IZMIR oder Flieg mich zum Mond. Dokumentarfilm, 45 Min, 16 mm, 1992. Oben reitet Atatürk voran in Richtung Griechenland, seinem Finger folgten viele. Unten kommen Bilder aus dem benachbarten Ephesus, wo dann im nächtlich antiken Stadion einer Frankfurter Truppe Orffs heftige "Carmina Burana" exekutierte. Der Film bietet aber auch Blicke auf den stinkigen Ort am "Mäander"-Fluss, in dem der (blinde) Homer gelebt und gedichtet haben soll.








Sieben Zwerge Salem. Eine andere Drogentherapie. Wie die Antroposophen Sucht zu heilen versuchen. 30 Min., 1992




BORNHOLM. - 45 Min. Archaische Gegenwart auf Granit. - Filmporträt der Insel und ihrer Musiker, Fischer und Künstler, 16 mm, 1993



DESERT WIND. Bahnfahrt über die Rocky Mountains von Denver bis Salt Lake City, mit einem Finale im Salzsee. Zuvor durchs oberste Tal des Colorado, durch Goldgräbersiedlungen und durch die Bergregionen, in die sich die von den Europäern vernichteten Indianer-Stämme geflüchtet hatten, die Utah, die Cheyenne. - Dokumentarfilm für SWF und ARTE, 90 Min., bei Arte in Frankreich 7 Prozent Einschaltungen, damals Rekord, zum ersten Mal mit E-Kamera,1993.








RHEINFAHRT. Vom Rheinfall zum Drachenfels. Per Kahn und Bahn. Dokumentarfilm, 90 Min., 16 mm, 1994 (SWR). Die ersten 2 Minuten und zweiundwanzig Sekunden des Films sind hier abrufbar auf Seite 1 der Homepage - (einfach das farbige Wort RHEINFAHRT anklicken), geschnitten zu authentisch präziser Musik, komponiert kurz vor 1848 für die "romantische Zauberoper Undine".

Im Kieskahn rheinab, hier an Frankreichs "Ostküste", auf dem Rhein. Links vom Kieskahn wäre jetzt das Atomkraftwerk Fessenheim zu sehen gewesen. Damals wollte ich den "hässlichen Schuppen" ignorieren - den Fehler hab ich später wieder gutzumachen versucht, unter anderem mit dem Buch "Fessenheim". Von jedem am Atomlraftwerk vorüberfahrenden Kahn sieht man in Steinwurfweite das, was seit 2012 das Buch-Cover zeigt.

Der Kieskahnkapitän erblickt die große Konkurrenz. Unten das Haar der Undine, das sieht man im Film glasklar, sieht man so, elegant bewegt von der Strömung, im Altrhein "Taubergießen", hinter dem Kaiserstuhl, ja, das bewegt sich da in langsam elegischem Schwung. Die Fotos oben sind alle aus dem Film "Rheinfahrt" bzw. aus dessen ersten 2.22 Minuten/Sekunden: siehe Seite 1 dieser Homepage, wo man alles auch hört, und sehr präzise -






JUIST. Zauberland vor Deutschland. Im Winter, im Sommer. Im Frieden, im Krieg.  Dokumentarfilm für die Reihe „Inseln“, 45 Min, 16 mm, 1994



Eroica Place Kléber Strasbourg. - Dokumentarfilm für SWF und für France III, 60 Min., Film (noch mal auf 35 mm), 1994. Geschichte und Gegenwart des zentralen Platzes in Straßburg. Das Leben und Sterben des riesenhaften Napoleon-Generals und Kunstfreundes Kleber, des Elsässers mit dem Beethoven-Haupt, der für Napoleon mehrere Schlachten gewann (und der nach Beethovens Korrektur seiner "Heldensinfonie" der wahre Held seiner "Eroica" wurde) und der, kurz bevor ihn am Nil ein Ägypter ermordete, Napoleon vor ein Kriegsgericht hatte stellen wollen, weil Napoleon seine Truppen im Orient im Stich gelassen hatte, um in Paris Karriere zu machen, um Kaiser zu werden. In seiner letzten Schrift bezeichnet Kleber Napoleon als "Deserteur". Die sterblichen Reste des Straßburger Generals werden im Film vor laufender Kamera entdeckt - unter seinem Denkmal in der Mitte von Straßburgs "Kleberplatz" -




Deutschlands schönster Fluss: Die Ruhr. - So hieß meine letzte Film-Idee. Am ersten April 1995 konnte ich aber nach 30 Jahren die nervige Anstalt, in deren Programmen Literatur nachweisbar nicht machbar war, endlich verlassen, "im gegenseitigen Einvernehmen" . Das schien mir denn doch befreiend. Hier einige Bildmotive für den nicht mehr gedrehten Film, fotografiert 2010 mit Freunden:

Die Mitte des "Ruhrpotts", "Pott" von "Pütze", entlehnt aus lateinisch puteus (Brunnen). - Hier ein Foto zwischen Essen und Gelsenkirchen. Von einer Abraumhalde: Der 360-Grad-Rundblick zeigt Grün. Und die Fotos unten zeigen Seitentäler der Ruhr. Die Forscher sind sich sicher, in diesem Seitental ("Muttental", hinter Zeche "Nachtigall") hat er begonnen, der systematische Abbau von Steinkohle. Und ich bin mir sicher, zu wissen, wer das war, der da als erster abräumte und befeuerte und schmiedete und erkannte

Tausend Jahre später und wenige Kilometer nördlich: Zeche "Zollern" in Dortmund. Winterlich. (Vgl. Schluss der "Biographische Daten").




Ein letzter Film OBERRHEIN? Über die Mitte Europas?

Traumhaft wäre auch der geworden, ein letzter Film. Einer über die Mitte Europas. Vom Himmel über Straßburg, Basel und Freiburg - am besten mit den folgenden Bildern, vom sanft kosmopolitischen Vauban aus gesehen, Richtung Vogesen, kommentarlos. Höchstens mit Sonnengesang. Denn wer sonst hat so freie Sicht auf eine fünfzig Kilometer breite Ebene, die Frankfurt mit Basel verbindet, dreihundert Kilometer lang. Vom Weltall her gut zu erkennen, erdbebenunsicher. An den Seiten je tausend Meter höher ein französisches und ein deutsches Waldgebirge: